
Ein Konzertbericht mit Fotos von Reinhard Baer
Zur Zeit ist der Ort Milow eine einzige Straßenbaustelle. Das alles geht schon eine ganze Weile so. Die Durchfahrt durch den Ort ist gesperrt, mehrere Baustellenampeln regeln den Verkehr und deshalb fand dieses Blues Open Air auch nicht wie in den vorherigen Jahren am Havelufer, sondern auf dem Sportplatz statt. Die Organisation dieses Events lag in den Händen von Mathias Schnitzer von der Q-TEAMevent aus Premnitz. Schon Tage vor dem angesagten Termin waren viele fleißige Hände dabei alles vorzubereiten. Die Bühne stand schon Tage vorher und am Freitag waren dann auch Stände für Essen und Getränke da, außerdem standen ein langes Zelt sowie Bänke und Tische bereit. Pünktlich um 19:00 Uhr eröffnete Carsten Fröhlich, der einst dieses Event ins Leben gerufen hatte, den Abend. Als erste Band war das Duo SLIDE RIDER aus Berlin an der Reihe ...
SLIDE RIDERS ….
… das sind zwei Musiker, die auf ihren Akustik- bzw. auch Resonator-Gitarren, Blues-Mundharmonikas und einem minimalen Drumset und natürlich mit ihren Stimmen die ersten 90 Minuten gestalteten. Ihr Programm bestand teilweise aus Bluesstandards von Robert Johnson, Muddy Waters, J. J. Cale und anderen Größen, teils in eigenen Arrangements, aber auch Songs zeitgenössischer Künstler wie Eric Clapton ("Motherles Children"), The Who ("Let's See Action"), The Doors ("Love Me Two Times") oder The Allman Brothers gab es zu Hören. Am Ende gab es viel Beifall und die nächste Band stand bereits in den Startlöchern.
SLIDE RIDERS ….
… das sind zwei Musiker, die auf ihren Akustik- bzw. auch Resonator-Gitarren, Blues-Mundharmonikas und einem minimalen Drumset und natürlich mit ihren Stimmen die ersten 90 Minuten gestalteten. Ihr Programm bestand teilweise aus Bluesstandards von Robert Johnson, Muddy Waters, J. J. Cale und anderen Größen, teils in eigenen Arrangements, aber auch Songs zeitgenössischer Künstler wie Eric Clapton ("Motherles Children"), The Who ("Let's See Action"), The Doors ("Love Me Two Times") oder The Allman Brothers gab es zu Hören. Am Ende gab es viel Beifall und die nächste Band stand bereits in den Startlöchern.
Manu Lanwin & The Devil Blues ...
… kommen aus Frankreich. Manu Lawin ist der wohl angesagteste Musiker in der Bluesszene seines Heimatlandes. Mit über 900 Konzerten in Europa und den USA ist er zudem auch international ein gefragter Künstler und sein aktuelles Album "Man On A Mission" von 2025 erntete weltweit hervorragende Kritiken. Als hier in Milow die erste Band ihren Part beendet hatte, sah man einen Musiker vorne an der Bühnenrampe sein Mikrofon und seine Gitarre einstöpseln, dann begann er zu singen und zu spielen. Ich dachte, dass das jetzt der Soundcheck ist, aber die drei Begleitmusiker - ein Keyboarder, ein Bassist und ein Schlagzeuger - stimmten sofort mit ein und das bedeutete die zweite Band hatte begonnen. Die Lautstärke der PA war jetzt noch um einige DB erhöht und Manu und seine Band spielten vor einem begeisterten Publikum. Als plötzlich eine Saite auf seiner Gitarre riss, gab es kein großes Aufsehen: ein kurzer Kommentar und währenddessen tauschte er gleichzeitig die Saite aus, stimmte die Gitarre und weiter ging's. Die Musik war hart und laut und ich dachte so bei mir: "Die armen Dorfbewohner, die müssen das jetzt ertragen", aber die Lautsprecher zeigten von der Wohnbebauung weg, also alles nicht so schlimm. Auch Manu Lawin und seine Band spielten 90 Minuten, dann kam schon kurz vor 23:00 Uhr die dritte Band auf die Bühne.
Dynamite Daze …
… kommen aus Karlsruhe und den Worten des Frontmannes Theuderich "Diddy" Metzger konnte man entnehmen, dass man vor zehn Jahren schon einmal in Milow war. Um die Band vorzustellen beginne ich gleich mit besagten Frontmann. Dazu entnehme ich ganz einfach mal den Wortlaut aus der Ankündigung zum 18. Hörbar Blues Open Air. Dort steht zu lesen, dass er ein "äußerst talentierter Frontmann" sei, der "ein gehöriges Maß an visionärer Schrägheit hat, um seine Musik konsequent umzusetzen". Erzähler von skurrilen Geschichten, seine besondere Art die Bluesharmonika zu spielen sowie der dazu passende unkonventionelle Gesang seien signifikant, ansteckend und immer sofort erkennbar, steht dort auch zu Lesen. Besser kann man es nicht sagen. Neben dem Frontmann Diddy stehen noch der Gitarrist Martin "Professor Psych." Czemmel, der Bassist Martin Hofpower und der Schlagzeuger Rolf Schaude bei der Band mit auf der Bühne. Diddy war über 20 Jahre Harpspieler bei der 2012 verstorbenen Blueslegende Iverson Minter alias Lousiana Red. Ab 2010 waren THE DYNAMITE DAZE seine feste Begleitband. Jetzt sind die vier Musiker mit einem eigenen aktuellem Programm unterwegs und am Freitag waren sie der letzte Programmteil, was leider auch bedeutete, dass ein großer Teil des Publikums schon den Platz verlassen hatte. Am Ende des Programms saßen nur noch wenige Leute auf den Bänken und nach Mitternacht war dann Schluss. Es war eigentlich schade, denn die vier hatten eine weite Anreise und hörenswert war es auch, was sie dort gespielt haben.
Nun machten sich auch die letzten Zuschauer auf dem Weg nach Hause, und auf dem Sportplatz in Milow wurde noch abgebaut und aufgeräumt. Dein neue Tag hat er längst begonnen, da macht er auch ich mich auf den Heimweg.
Fotostrecke:
Slide Riders:
Manu Lanwin & The Devil Blues:
Dynamite Daze:
